Berliner Kurier: "Rechte Fans zeigen Flagge - Fußball brutal: 232 Hooligans lassen die Fäuste fliegen"

Ein Artikel im Berliner Kurier zu meiner ,Schriftlichen Anfrage' an den Senat zum Thema ,Hooligans':

"(...) Die rechte Szene versucht hartnäckig, sich in der Fanszene zu verwurzeln. Dazu hat der Berliner Innensenat jetzt brisante Zahlen vorgelegt: In der Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Clara Herrmann nennt CDU-Innensenator Henkel Hertha BSC als den Klub mit den meisten Hooligans, nämlich 519. 70 davon sind von vornherein auf Randale aus.

Kaum weniger Gewaltbereite macht der Innensenat bei Union aus: 466, davon 43 gewaltsuchend. Doch vor Union liegt der Regionalligist BFC Dynamo, der zwar zuletzt mehr und mehr durch sportliche Erfolge auf sich aufmerksam machte. Doch Berlins Innensenat spricht von 471 BFC-Hooligans, von denen auch noch 117, also weit mehr als bei Hertha oder Union, von vornherein auf Prügel und Pöbeleien aus sind. Besorgniserregend: Die Gesamtzahl gewaltsuchender Fans ist gegenüber 2013 von 145 auf 232 deutlich angestiegen.

Die BFC-Hooligans hat der Staatsschutz besonders im Blick: 54 von ihnen seien eindeutig der rechten Szene zuzuordnen. Auch bei Hertha und Union versuchen Neonazis, die Stimmung auf den Rängen zu beeinflussen. Aber dort hat der Staatsschutz gerade einmal 17 (Hertha) bzw. 13 (Union) Neonazis eindeutig identifiziert. Beide Vereine, auch der BFC Dynamo, haben sich jedoch mehrfach nachdrücklich von rechter Gewalt distanziert. (...)

In der Spielzeit 2013/14 zählte die Polizei zehn nicht näher beschriebene Straftaten von rechten Hooligans, die Dunkelziffer könnte allerdings weit höher liegen, da entsprechende Vergehen oft nicht einzeln erfasst bzw. rechten Hooligans zugerechnet werden. Zwar seien die meisten Fans unpolitisch, aber bei Hertha versuche eine Gruppierung namens "Buckower Szene", Einfluss auf die Fans zu nehmen. Bei Union beobachtet der Staatsschutz die rechtsradikale Fangruppierung "CRIMARK".

Es gibt Anhalte dafür, dass sich rechtsradikale Fangruppen untereinander vernetzen: Vor einigen Monaten sollen sich 17 Hooligangruppen in Berlin zu einem bizarren Treffen mit Stripperinnen, Tabledance und einer Riesenschlange zusammengefunden haben - den Name des Netzwerkes "GnuHonnters" kennt Innensenator Henkel aber nur aus den Medien - ob diese bereits die Berliner Fanszene zu unterwandern versuchen, davon wissen Berlins Behörden bislang nichts."

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